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ältere Wettkampfergebnisse

WM 2019

WWOP und Biathlon-OL , seit 2014 eine feste Größe im Programm.

 

 

 

 

 

Beim Präzisionsorientieren

Danke für die vielen Jahre der Unterstützung bei der Entwicklung des Biathlon-OL in Deutschland

 

 

 

 

Teil des Biathlon Parkours

 

Anno 2019 beteiligten sich mit sieben deutschen Startern bei den diesjährigen Weltmeisterschaften im Biathlon-OL rund um das finnische Lahti ist die seit Jahren geringste Anzahl für die Farben Schwarz-Rot-Gold zu verzeichnen. Ursachen zu erforschen, wird sicherlich noch Zeit verlangen. Tatsache ist auf jeden Fall, dass, da durchweg alle deutschen Biathlonorientierer zugleich auch aktiv im „normalen“ Orientierungslauf aktiv sind, der Zeitpunkt dieser Weltmeisterschaft sich – gelegen mitten in der Urlaubszeit – viele von ihnen bei anderen internationalen Großereignissen des OL „unterwegs“ waren bzw. – auch das gab es – simpel keinen Urlaub nehmen konnten. Somit war Deutschland, das sowieso auf absehbare Zeit nicht in die Nähe der führenden Biathlon-OL-Nationen aufschließen kann, mit den erreichten 4 Medaillen sowie den beiden TOP 6 Platzierungen in den Ergebnislisten präsenter als es an Starterplätzen vermuten ließ:

 

 

 

 

Biathlon Schießplatz

Biathlon Schießplatz

 

 

 

 

Biathlon Schießplatz

 

Zwei Mal Silber für Monika Braatz (Seniorinnen AK 60/IHW Alex 78 Berlin) und je einmal Bronze für Frank Braatz (Senioren AK 55 / IHW Alex 78 Berlin) und Bernd Wollenberg (Senioren AK 70 / Berliner TSC). Im Juniorenwettbewerb errang Tim Dalheimer (Berliner TSC) einen fünften Rang, Benno Schütz (ESV Lok Berlin-Schöneweide) erlief in seiner Seniorenkategorie H 35 Platz sechs beim Sprintwettbewerb. Im Hauptwettbewerb der Elite, zu der je Nation ein Limit von je 10 Damen und Herren vorgegeben ist, errang Sebastian Fleiß (Berliner TSC) einen 25. Platz beim Sprint und einen 27.Platz in der Klassikdisziplin. das deutsche Eliteteam im Staffelwettbewerb (Tim Dalheimer – Sebastian Fleiß – Benno Schütz) beendete die WM 2019 auf Platz 11, in der bereinigten Nationenwertung auf Platz 5.

 

Ansicht des Biathlon Parkours im Wald

Ansicht des Biathlon Parkours im Wald

Ansicht des Biathlon Parkours im Wald

 

Die Wettbewerbe fanden wie bereits erwähnt rund um Lahti statt. Lahti? Ja, richtig gelesen – Lahti. Untergebracht waren alle nahezu 200 Teilnehmer im finnischen Olympiazentrum und die Wettbewerbe führten uns in die aus vielen Wintersportberichten im Fernsehen bekannten Olympiasportgeländen. Allerdings sieht das aus dem „TV-Winter“ bekannte Gebiet im Sommer in Natura gänzlich anders aus. So „bastelten“ die Ausrichter lange herum, um uns allen die Orientierungsaufgaben „WM-gerecht“ zu erstellen. Für den ersten der drei Wettbewerbe, der „Klassikdisziplin“, transportierte der lokale Ausrichter alle Starter zum Start der ersten Teildisziplin des Klassikwettbewerbs, dem „Präzisionsorientieren“ (auch „Punkt-OL“ oder in den „IBOF-Rules „ auch „Location-Orienteering“ genannt) mit einem typischen Reisebus quer durch „den Busch“. Ob der Vermieter das vorher wusste, dass sein hochmoderner Reisebus auf Schotterpisten und Waldwegen eingesetzt wird, war bis zum Schluß nicht zu erfahren. Man fuhr uns quer durch das anfangs recht flache Gelände bis es „anfing“, O-technisch richtig interessant zu werden. Wie bei dieser einzigartigen Disziplin üblich, war einzig der Startpunkt auf der knapp drei Laufkilometer zählenden, im Gelände markierten Strecke, auf der „Blindkarte“ eingetragen. Die 10 auf dieser Bahn vorhandenen Kontrollposten (fünf direkt auf der Strecke, weitere fünf in „Sichtweiten“ zwischen 50 bis 200 m Entfernung von dieser Strecke) mussten nun entsprechend der Wettkampfbestimmungen der „Internationalen Biathlon-Orienteering Federation“ (IBOF - Rules) mittels Nadeleinstich exakt auf der Karte markiert werden. Jeder mm Abweichung bedeutet 1 Strafminute, 10 kann es je Posten maximal geben…, es „winken“ also im schlimmsten Fall 100 lange Zusatzminuten für das Gesamtergebnis… Diese markierte Route führte jeden der Teilnehmer durch ein durch Felsen, unzähligen Einschnitten und üppiger, typischer skandinavischer Untervegetation geprägtem Geläuf, die vollste Konzentration und zugleich taktisches und strategisches Vermögen abverlangte. Ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit und schon „schwamm“ man im Gelände herum – und es gab kaum Möglichkeiten, sich dann wieder exakt einzulesen. Also war ein Tempo zu wählen, dass es gestattete, alle Informationen „zu verarbeiten“ und somit immer genau zu wissen, wo man sich nun befindet – das beim „Normal-OL“ durchaus richtige „Querlaufen bis zum Attackpoint“ geht bei dieser Spezialdisziplin nun mal gar nicht. Hinzu kommt, dass man gut beraten ist, mit seinen Kräften sorgsam Umzugehen, denn nach diesen 3 km folgen noch der „Lang-Orientierungslauf“ (je nach Startkategorie zwischen 3,8 km der Senioren AK 70 bis zu 11,8 km der Eliteherren), die beiden 10´ner Schießeinlagen (Liegend und Stehend), unterbrochen durch einen 1,2 km „kurzen“ weiteren Orientierungsparcours. Für jeden Fehlschuss werden übrigens zusätzlich noch zwei Minuten addiert, maximal also 40 Minuten obendrauf.

 

Ansicht des Biathlon Parkours im Wald

Ansicht des Biathlon Parkours im Wald

Ansicht des Biathlon Parkours im Wald

 

„Meine Bronzemedaille“ antwortete Bernd den fragenden schwedischen Trainern Hans Mandahl und Per Anden „erlief ich mir im ersten Teilabschnitt“ mit nur 4 von 100 möglichen „Strafminuten“. Beide, Hans wie Per, hatten bei internationalen Trainingslagern zwischen 2016 bis 2018, zu denen die schwedischen Biathlon-Orientierer speziell auch uns aus Deutschland eingeladen hatten, neben vielen praktischen Schießtrainings vor allem den Schwerpunkt auf eben dieses „Punktorientieren“ gelegt. Unser leider inzwischen verstorbener Freund Bo „Bosse“ Holmberg aus Göteborg hatte dazu schon 2015 bei ausgiebigen Trainings den Grundstein gelegt. Ihnen, also „Bosse“, Hans und Per sind unsere bisherigen Erfolge vor allem zu verdanken – sei en die vier Silber und die Goldmedaille von Sebastian während seiner Juniorenzeit und seine ständigen Verbesserungen im wesentlich härteren Feld der Elite, die guten Plätze von Marie Herrnhold oder eben auch meine Bronzemedaillen von 2018 und 2019. Dafür einfach mal ein dickes Danke an dieser Stelle! Vor Ort bedankte ich mich im Namen der deutschen Starter und des durch WWOP gesponserten neu gegründeten „Deutschen Verbandes für Biathlon-OL“ (DVBOL) dann auch beim schwedischen Verband in Persona Hans Mandahl mit einem speziellen Bildband über die schönsten Wandergebiete Deutschlands.

 

WM 2019 Feld

Im Ziel und Platz 11 für das Eliteteam Germany

Junior Tim beim Probeschieen

 

Zurück zur WM von Lahti und dem aktuellen „Punkt-OL“ dort. Von Anfang an muss wie erwähnt bei dieser Teilstrecke eigentlich jeder Schritt verinnerlicht werden – neben genauem Kartenlesen ist extrem wichtig, alle Techniken des Orientierens perfekt zu beherrschen, „Verschieben, „Verlängern“, „Aiming off“ … Einige der insgesamt knapp 200 Teilnehmer versuchten, in zügigem Tempo diesen ersten Teil abzuarbeiten und “sammelten“ entsprechend schnell dann auch etliches an Strafminuten. Sie liefen zwar über diese 3 Km dann in etwa 27 bis 40 min, hatten aber „dank des Addierens“ der Strafminuten dann recht schnell ein Teilergebnis von 80 oder 90 Minuten zusammen. Es war also gut beraten, wer sein Lauftempo so anpasste, dass jederzeit der eigene Standort auch fast Metergenau erkannt wurde. Meine Laufzeit betrug einschließlich dieser 4 „Zusatzminuten“ 1:08:25 Std... Die anschließende „Lang-OL“-Bahn war auf den kürzeren Bahnen leider fast nur entlang des im flachen OL-teil stark ausgeprägten Wegenetzes, das dabei hohe Lauftempo „garantierte“ dann beim Eintreffen am Schießstand auch sehr hohe Pulswerte, selten bei vorrangegangenen Biathlon-OL waren derart hohe Fehlerquoten aufgetreten. Angepasst an die Situation rund um das Schießgelände war dann die OL-Etappe zwischen den beiden Schießeinlagen eigentlich ein besserer Sprint-OL rund um diesen Bereich.

 

Erster Wechsel Tim auf Sebastian

Karte der WM 2019

Letzter Wechsel Sebastian auf Benno

 

Somit war denn auch der Wettbewerb am Tag 2, man möchte fast sagen „wie befürchtet“ dann in unmittelbarer Nähe und somit um das Schießgelände einmal herum. Auch diesmal waren somit viele Fehlschüsse das Ergebnis des real überschnellen Wettkampftempos. Allerdings gab es für diese im Gegensatz zum Vortag dann statt „Strafminuten“ eben die berühmten, auch aus dem Wintersport bekannten „ Strafrunden“ - und diese „verlängerten“ dann bei sehr vielen Teilnehmern die anfänglichen kurzen Strecken schnell mal so um 250 bis 350 m je Fehlschuss. Gleiches galt dann auch für die Staffelwettbewerbe, bei denen einzig die bereits erwähnten deutschen Herren antraten.

 

 

 

 

 

Wettkampfzentrum Lahti

 

Siegerehrung Damen

 

 

 

Siegerehrung Herren

 

Da die jährlichen Weltmeisterschaften für die Elitekategorien der Damen und Herren in die Weltcupwertung einfließen, sind die erlaufenen Plätze auch relevant für den aktuellen Weltcupstand. Nach diesen beiden Wertungsläufen der finnischen WM befindet sich Sebastian mit 50 erlaufenen Punkten im aktuellen Weltcup auf Platz 28, Nico Seegert (Berliner TSC, bei den WM nicht am Start) mit 17 Punkten auf Platz 52 und Frank Braatz, der die ersten drei Weltcupwettbewerbe im April und Mai in Dänemark, Finnland und Schweden in der Elite startete, mit 16 Punkten auf Platz 16.

 

Letzter Wechsel Sebastian auf Benno

Siegerehrung Herren

Staffelstart Elite

 

P.S. Zum Weltcupfinale am 2. und 3.November in Dänemark (Gribskov nördl. von Nodebo) wird Deutschland traditionell wieder antreten. Gäste (OL´er, die sich im Biathlon-OL versuchen wollen) melden sich bitte bis 20.09., um etwas Vorbereitung machen zu können.

 

Text und Fotos: Bernd Wollenberg

Weltcup im Biathlon-OL 2019

Zur Weltcuprund fünf mit den Wertungsläufen 9 und 10 fuhren gleich drei Gruppen in tschechische Pisek an den Nordrand des Böhmerwaldes. In unseren Teams gleich drei „Neueinsteiger“ für den Biathlon-OL aus Litauen. Sicherlich ist es nicht unbedingt das Beste, Einsteigern diese Sportart in Form von „Lernen beim Machen“ an diese hochspezialisierte Form des OL heranzuführen, doch wie soll es sonst geschehen? Wir bereiteten Marija Lapukaite, Petras und Jonas Lapukas mit Lasergewehr und beim SV Schorfheide praktische mit Luftgewehr vor. Während Sebastian Fleiß und Bernd Wollenberg die OL-Ausbildung durchführten, stand der Präsident des neu gegründeten Deutschen Verbandes für Biathlon-OL, Thomas Wichmann, für die Schießausbildung zur Verfügung.

 

WWOP zum Weltcup im Biathlon-OL 2019

WWOP zum Weltcup im Biathlon-OL 2019

WWOP zum Weltcup im Biathlon-OL 2019

 

Mit je einem sechsten Platz erlief sich Sebastian Fleiß (Berliner TSC) bei den Weltcuprunden 9 und 10 der laufenden Saison im Biathlon-OL in Pisek (Tschechien) überraschend seine bisher besten Ergebnisse in den Elitewettbewerben dieser fest in den Händen der skandinavischen Nationen befindlichen Extradisziplin in der Familie des Orientierungssports. Geschmälert wurde sein Erfolg allerdings durch die sehr geringe Konkurrenz, da bis auf die Spitzenathleten Schwedens, Finnlands und Dänemarks seitens der Nordländer kaum Aktive antraten. Hintergrund, wie Insider uns „verrieten“ waren die sehr intensiven bürokratischen Rahmenbedingungen für den ansonsten zwischen den skandinavischen Ländern problemlosen Transfers der für den Biathlon-OL notwendigen Biathlongewehre. Da bis auf die drei deutsche Aktiven des Schützenvereins Storkow alle anderen deutschen Biathlon-Orientierer noch keine auf sie individuell zugelassenen Gewehre besitzen, helfen bei Wettkämpfen im skandinavischen Raum speziell unsere schwedischen Sportfreunde durch zeitweiliges Überlassen von Biathlongewehren aus, die sie uns mitbringen. Da das nun in Tschechien wie geschrieben nicht möglich war, mussten sich die drei Starter des Berliner TSC (Nico Seegert, Sebastian Fleiß und Bernd Wollenberg sowie die litauischen Gaststarter des Berliner TSC sowie hinzu Benno Schütz (ESV Lok Berlin-Schöneweide) dann vier Gewehre teilen. Für Kenner dieser Sportart sind das kaum machbare Rahmenbedingungen für ein gutes Ergebnis.

 

WWOP zum Weltcup im Biathlon-OL 2019

WWOP zum Weltcup im Biathlon-OL 2019

WWOP zum Weltcup im Biathlon-OL 2019

 

Trotzdem gelang es Sebastian im ersten Wettkampfdurch fehlerfreie Orientierung, den 10 min nach ihm gestarteten amtierenden Weltmeister Johan Eklov (SWE) bis zur zweiten Schießeinlage, dem Stehendschießen, auf Abstand zu halten. Erst beim Einlauf in die Schießbahn begannen beide gemeinsam den Schlußwettbewerb „Seite an Seite“ anzugehen. Dabei gelang es Sebastian durch eine schnelle und fehlerfreie Serie den bärenstarken Schweden wieder abzuschütteln – Eklov „leistete“ sich zwei Fehlschüsse und durfte die knapp 300 m lange „Strafrunde“, garniert mit 30 Höhenmetern, noch zweimal absolvieren. Johan gratulierte dem Juniorenweltmeister von 2016 denn auch freundschaftlich zu diesem ersten großen internationalen Erfolg im Kreis der Elite des Biathlon-OL. Mit seinen damit zusammen 44 Weltcuppunkten reiht sich Sebastian in die TOP 25 der aktuellen Weltcupsaison ein. In den Elitewettbewerben der Damen gab es keine deutsche Beteiligung. In den Rahmenwettbewerben der Junioren und Senioren waren die Starterfelder sehr stark ausgedünnt, wobei natürlich im Wettbewerb unter ausgesprochenen Spezialisten man auch erst einmal zwei oder drei Gegner erst einmal besiegen muss. Gelungen ist dies durch Siege und Zweitplätzen in ihren Konkurrenzen Bernd Käding (Schützenverein Storkow; AK 55, Platz 1 am Tag 1), Frank Braatz (SV Storkow, AK 55, Platz 3 am Tag 1, Platz 2 am Tag 2) sowie Benno Schütz (ESV Lok Berlin-Schöneweide, 2 x Platz 1 in der AK 35).

 

WWOP zum Weltcup Siegerehrung

WWOP zum Weltcup Siegerehrung

WWOP zum Weltcup Schießübungen

 

Die Orientierungsbahnen im Böhmerwald, der sich südlich beinahe Nahtlos in den Bayrischen Wald fortsetzt, waren gekennzeichnet durch diverse Fels und Dickichtpassagen, die kraft- und zeitraubende Umwegsrouten mit diversen Anstiegsmetern erforderlich machten. Die typische Bahnlegung der tschechischen Orientierungsläufer wird auch im Biathlon-OL betrieben und forderte zu jeder Zeit absolute Aufmerksamkeit gepaart mit einem starken Konditionspolster. Trotz der eingangs erwähnten Nebenbedingungen wurden die Wettkämpfe dem Weltcupansprüchen voll gerecht und fanden ungeteilt gute Einschätzungen von Aktiven, Trainern und Offiziellen.

 

WWOP zum Weltcup im Biathlon-OL 2019

WWOP zum Weltcup Siegerehrung

WWOP zum Weltcup Schießübungen

 

Ergebnisse der Elite: (Angaben Fehlschüsse liegend + stehend)

 

WC Herren – Elite (Sa, 4 km): 1. Robbin Kantarp (SWE) 1+1 25:51 min 2. Mikko Hölsö (FIN) 1+1 28:03 3. Johan Eklöv (SWE) 0+2 30:20 6. Sebastian Fleiß (GER) 4+0 40:24

 

WC Herren- Elite (S0, 5,4 km): 1. Robbin Kantarp (SWE) 2+1 27:39 min 2. Mikko Hölsö (FIN) 0+2 28:13 3. Jonas Weber (DEN) 1+2 31:09 6. Sebastian Fleiß (GER) 2+2 49:24

 

Bernd Wollenberg

 

Fotos : Bernd Wollenberg, Archiv B.W., Website Cesky Orientacni Biathlon

 

Weitere Informationen: http://cbo.czweb.org/zaklad.php

Schorfheide Biathlon-QL (31.03.2019)

Orientierungslauf mit Biathlon gemixt – eine neue Erfahrung für viele

 

[Ergebnisse]

[Fotoalbum]

 

Das gab es tatsächlich noch nie und nirgendwo: Eine gemeinsame Veranstaltung mit den beiden Orientierungssportdisziplinen Langstrecken-OL und Biathlon-OL-Klassik. Selbst auf internationaler Bühne ist uns nichts dergleichen bekannt! Diese „Premiere“ fand ihren Ursprung auf unserer Karte „Schorfheide – Pechende“, den Teilnehmern der vorjährigen Deutschen Bestenkämpfe im Ultralangstrecken-OL und des Bundesranglisten-OL über die Mitteldistanz noch bestens in Erinnerung. Der Initiator und Veranstalter war der neu gegründete Deutsche Verband für Biathlon-Orientierungslauf, kurz DVBOL mit dem Ausrichterverein SV Schorfheide, der die dortige Biathlonanlage als Nachwuchsleistungszentrum für den Thüringischen Skiverband in Zusammenarbeit mit dem Brandenburgischen Skiverband betreibt. Durch die Aktivitäten des Berliner TSC in deren Gebiet kam es im Spätherbst zur Gründung einer Abteilung OL, die sich im Märkischen Turnerbund und per 1.1.2019 mit dieser auch dem neuen OL-Verband Deutschlands, dem Deutschen Orientierungssport Verband (DOSV) angeschlossen hat. Innerhalb dieser Abteilung wird nun OL und Biathlon-OL als gemeinsamer Orientierungssport betrieben. So lag es nahe, den „Schorfheide-OL“ in der erlebten Form auszuschreiben und auch durchzuführen.

 

Schorfheide Biathlon OL

Schorfheide Biathlon OL

Schorfheide Biathlon OL

 

In der Ausschreibung war dann auch über die Besonderheit, dass einem „Punkt-OL“ , wie er bei der Klassikdisziplin des Biathlon-OL als Startform zählt, dann ein „Normal-OL“ in Form „verkürzter Lang-OL“ sich diesem anschließt. Bedauerlicherweise war vermutlich aus der veröffentlichte Ausschreibung nicht eindeutig genug erkennbar, dass dieser OL aus der beschriebenen Form besteht, so dass dem Sonderwunsch der Familien Walter (IHW Alex 78) und Lemnitzer (Kaulsdorfer OLV) nicht stattgegeben werden konnte, nur den Fuß-OL zu absolvieren. Hintergrund war simpel, dass der Start dieses Teilelements zugleich Ziel des Punkt-OL war und somit mitten im Wald, quasi “in der Taiga“, lag. Das war aber auch zugleich ein unbedingt zu beachtender Hinweis für künftige Veranstaltungen dieser Art, nämlich für Kinder und eben auch Seniorensportlern, denen die Gesamtstrecke dann doch zu lang wird, vom Start des Punkt-OL auch eine Sonderstrecke direkt zum Gesamtziel anzubieten.

 

Für die gestarteten 55 Orientierer der 67 angemeldeten war der Startwettbewerb in Form dieses Punkt-OL dann tatsächlich völliges Neuland, nur einige ältere kannten eine ähnliche Form aus früheren Trainings im „Linien-OL“. Dieser Punkt-OL fordert sehr genaues Kartenlesen, um ständig seinen konkreten Standpunkt auf der Karte zu kennen. Denn sonst ist es nahezu unmöglich, an den insgesamt 10 Kontrollstellen die Aufgabe, per „Nadelstich“ diesen auf der mitgeführten OL-Karte zu markieren. Denn auf dieser Karte sind außer dem Startpunkt keine weiteren Postenmarkierungen oder sonstige Bahninformationen enthalten. Auf dieser „Blanko-OL-Karte“ ist selbst das Ziel nicht markiert. Erschwerend wechselte die mit rotweißen Bändchen markierte, dem internationalen Standard folgend 3 km langer Strecke, in tatsächlich „schöner“ Unregelmäßigkeit auch die Laufrichtung. Dadurch erschwerte es doch die Lösung der Aufgaben bei den fünf blauen Markierungen (Nadelstich exakt am Platz) oder den fünf gelbem Markierungen (Markierung einstechen an dem Platz, an dem in einiger Entfernung dann ein Postenschirm zu sehen war, von dem man lediglich noch die Postenbeschreibung kannte) erheblich. Selbst für diese OL-Form kennende Biathlon-OL-Spezialisten war es dadurch nicht immer einfach, die von Sebastian Fleiß und Bernd Wollenberg „ausgeheckten“ Aufgaben fehlerfrei zu absolvieren. Jeder Millimeter Abweichung des Einstichs gegenüber der richtigen Lage brachte im Ergebnis auch noch 1 Zusatzminute zur Laufzeit ein… Hier zeigten speziell Ronja Fell (7 mm), Peter Adorjan (12 mm), Carl W.Distler (15 mm), Udo Templiner (16 mm), Thomas Grassow (17 mm) und auch mit 20 mm Henry Jobst und Matthias Schwartz auch für internationale Vergleiche noch sehr gute Resultate. Nebenbei: Mehr als „100“ Minuten kann man dabei nicht „einfangen“ , das ist dann die sog. „Höchststrafe“…

 

Schorfheide Biathlon OL

Schorfheide Biathlon OL

Schorfheide Biathlon OL

 

Noch etwas „Normal-OL-Feeling“ gab es dann bei dem bereits erähnten etwas verkürzten Lang-OL als zweite OL-Aufgabe. Für die Absolventen „nur des OL“ war mit Passieren des Ziels dann der OL beendet. Für das Angebot, sofort anschließend den Part 3 eines Biathlon-OL anzugehen, hatten sich im Vorfeld 13 Teilnehmerinnen und Teilnehmer entschieden, die Möglichkeit, sich direkt vor dem Start noch „umzuentscheiden“ führte dann zu immerhin 22 registrierten und gewerteten Ergebnissen für diese Disziplin des Orientierungssports, die beim Biathlon-OL als „Klassik“ bezeichnet wird. Die Bezeichnung „Sprint“ ist eine zeitliche und inhaltliche Kurzform und beinhaltet zwei tatsächlich kurze OL-Bahnen und zwei Schießeinlagen (liegend und stehend) mit je fünf Wertungsschießen, bei denen jeder Fehlschuss dann mit einer sog. „Strafrunde“ (etwa 200 – 250 m Laufstrecke) „belohnt“ wird. Bei der in Groß Schönebeck praktizierten Form des „Klassik“ werden einmal liegend und einmal stehend Serien von je 10 Wertungsschüssen abgegeben, bei denen jeder „Fehltreffer“ dann zu 2 Zusatzminuten zur Laufzeit führen. Hier zeigten besonders gute Ergebnisse Monika Braatz mit nur 4 Fehlschüssen von 20 abgegebenen Wertungsschüssen, gefolgt von Kristin Leukert (6), Bernd Käding und Peter Adorjan (je 7), Matthias Forberg (8), Nico Seegert (9) und mit der Hälfte wurden Kirsten Käding, Frank Braatz und Aurelien Filiali registriert.

 

Ein vom SV Schorfheide angebotenes und natürlich kostenloses „Schnupperschießen“, geleitet vom Wettkampfleiter und internationalem Biathlonkampfrichter Thomas Wichmann mit Unterstützung durch die selbst aktiven Biathlon-Orientierer Tobias Schwartz und Frank Braatz (großes Dankeschön für deren Hilfe!) nutzten immerhin noch 15 der in der reinen OL-Wertung registrierten Orientierer. Ebenfalls bedankt sich der Ausrichter an die beiden Auswerter Ronja Fell und Carl W.Distler sowie den beiden Konstrukteuren der Orientierungsbahnen, Sebastian Fließ und Bernd Wollenberg.

 

Schorfheide Biathlon OL

Schorfheide Biathlon OL

 

Meinungen der Teilnehmer zum Schluss: Es war hochinteressant – und gern würden wir wieder einmal solch einen Spezial-OL mitmachen.

 

Text und Bilder: Bernd Wollenberg

WM 2018

WM 2018 Biathlon Logo

17. bis 19. April 2018

Vrøgum, Dänemark

 

[Resultate Classic]

[Resultate Sprint]

[Resultate Staffel]

[Fotoalbum]

 

Wie schon in den Vorjahren lud auch 2018 der schwedische Verband für Biathlon-Orientierungslauf internationale Gäste zu seinem traditionellen Nachwuchstrainingslager, diesmal in das südschwedische Halmstad, ein. Hintergrund ist zum einen die tatsächliche Vorbereitung auf die kommenden Weltmeisterschaften im Biathlon-OL sowie natürlich, den eigenen Nachwuchsläuferinnen und –läufern diese hochkomplizierte Version des Orientierungssports nahe zu bringen. Geht es doch, wie bereits der Name sagt, den eigentlichen Orientierungslauf, wie wir ihn alle kennen, mit dem fast allen bekannten Biathlonsport zu verknüpfen. Dass beim „Biathlon-OL“ (BiOL) die Gewehre nicht, wie beim aus diversen Fernsehberichten bekannten „Winterbiathlon“ , durch die Athleten mitgeführt werden können, versteht sich von selbst – spätestens beim ersten Dickicht würden sich diese dort „gnadenlos“ verfangen.

 

Der Biathlon-Orientierungslauf besteht entsprechend des 1998 gegründeten internationalen Verbandes, der „Internationalen Biathlon-Orienteering Federation“ (IBOF), aus mehreren Teildisziplinen, dem „Klassik-Bi-OL“, dem „Sprint-Bi-OL“, dem „Massenstart-Bi-OL“ und dem „Staffel-Bi-OL“. Jeder dieser Disziplinen ist natürlich das Schießen mit Sportwaffen als ein Wettbewerbselement zugeordnet. Dieses kann entsprechend des Regelwerks in einfachster Form mit „Lasergewehren“, mit „Luftdruckgewehren“ oder mit „Kleinkalibergewehren“ absolviert werden. Für die jährlich stattfindenden Weltmeisterschaften sind letztere natürlich dann als Pflichtwaffen vorgeschrieben, aber schon zu den jährlichen Weltcupserien können in Ausnahmefällen auch Luftgewehre eingesetzt werden.

 

Während der Ablauf in allen Disziplinen in der Regel aus OL-Teilstrecke 1 – Liegendschießen – OL-Teilstrecke 2 - Stehendschiessen – Laufstrecke zum Ziel zusammengesetzt wird und angepasst an der jeweiligen örtlichen Lage der Schießanlage auch durchaus auch aus dem nacheiander Absolvieren der beiden OL-Teilstrecken und erst dann die Schießeinheiten, unterbrochen durch eine Laufeinheit, folgen können, unterscheiden sich die einzelnen Disziplinen doch um etliches vom „Normal-OL“, wie wir ihn alle kennen. Wobei der „Sprint“ unserem früheren „Kurzstrecken-OL“ recht nahe kommt: Die OL-Bahnen sollen zwischen 12 bis 25 Minuten durchlaufen werden können. Ähnlich auch beim Staffelwettbewerb, hier allerdings sind dann so zwischen 20 bis 50 min die Regel. Unterscheid Nummer 1 bei der Staffel: Außer in der H21 E, in der 3 Läufer ein Team bilden, bestehen alle anderen Konkurrenzen aus Zweierteams – geschuldet allein schon der doch eingeschränkten Schießbahnen. Ähnlich unserem Staffelsystem wird unterschieden getrennt nach weiblich (D) und männlich (H) nach Jugend bis 16, Junioren bis 20, Damen 21 E, Senioren AK 70, AK 95 und AK 120. Jedes Teammitglied muss mindestens der AK 35 angehören, die zu erreichende Alterssumme beider Teammitglieder entscheidet über die angegebene Kategorie.

 

Die „Königsdisziplin“ allerdings ist die „Klassik“ – und speziell diese und das Schießen ist immer der Schwerpunkt dieser Trainingslager! Denn diese „Klassik“ bezeichnet eine Kombination aus „Punkt-Orientierungslauf“, verkürztem Lang-OL und je 10 Schießfolgen im Liegen und Stehen. Die Besonderheit dieses „Punkt-OL“ besteht darin, dass die auf einer immer und für alle Kategorien 3 km langen ausgeflaggten Laufstrecke kreuz und quer durch das Gelände dort an unbekanntem Ort platzierten 10 Orientierungspunkte so genau wie möglich auf einer mitgeführten Blankokarte mittels Nadeleinstich durch den jeweiligen Wettkämpfer markiert werden müssen. Neben den Zeitdruck (denn natürlich wird diese erste Teilstrecke in die Gesamtlaufzeit integriert) gibt es für jeden Millimeter Abweichung von der tatsächlichen Lage eine Zeitstrafe von einer Minute, die bis maximal 10 Minuten pro Posten sich steigern kann. Die jeweilige Schwierigkeit ergibt sich dann durch das vorhandene Geläuf und die vom Bahnleger eingebauten jähen Richtungswechsel. Diese Strecken können auch gern mal durch das „Dunkelgrün“ führen oder Kletterpartien durch Felsen (so denn vorhanden) führen. Gleich nach dem Ende dieser „Tortur“ folgt dann entweder die erste Schießeinlage(Liegendschießen) und dann mit einem Kartenwechsel beginnend die verkürzte Langstrecke oder diese unmittelbar nach dem Punkt-OL. Zum Schluss dann das Stehendschießen. Diese „Teildisziplin 3“ verlangt gegenüber dem „Biathlon“ allerdings jeweils 10 Schießeinheiten im Liegen und im Stehen mit der Besonderheit, dass jeder Fehlschuss gleich zu zwei Strafminuten führt. In den anderen Disziplinen Sprint und Staffel sind dann jeweils 5 Schuss abzugeben. Fehlschüsse werden mit je einer Strafrunde „belohnt“ , deren Länge etwa 150 bis 300 m beträgt. Beim Staffel-OL können zu jeder Schießeinlage dann noch 3 Reservepatronen eingesetzt werden, die allerdings dann einzeln nachgeladen werden müssen. Der „Massenstart“ wird meistens in einer verkürzten Form des „Klassik-BiOL“ durchgeführt.

 

Für das diesjährige Trainingslager waren aus Berlin und Brandenburg Mitglieder des Berliner TSC und des SV Schorfheide angereist. Erstmals war dabei mit der in Berlin studierenden und beim Berliner TSC aktiven Quyi Su eine Chinesin an diese Sportart herangeführt worden. Mit ihr ist somit in der internationalen Biathlon-OL-Szene nun erstmals auch Asien vertreten – entsprechend kümmerten sich die schwedischen Ausbilder natürlich um sie, damit sie dann bei der Weltmeisterschaft in Dänemark auch positive Erlebnisse sammeln kann.

 

Bernd Wollenberg

 

Vorbereitung auf Weltmeisterschaften

Vorbereitung auf Weltmeisterschaften

Vorbereitung auf Weltmeisterschaften

 

Durch Mitteljütlands Dünen…

…orientierten sich 2018 rund um Skive (Dänemark)die Teilnehmer der diesjährigen Weltmeisterschaften der Biathlon-Orientierungsläufer . Unter den über 160 Teilnehmern starten auch erstmals Vertreter aus China und Israel – initiiert durch WWOP Germany und den Berliner TSC, denn China ist simpel durch Qiyi Su, der 24 – jährigen chinesischen Studentin des Berliner TSC vertreten. Und aus Israel startet mit dem seit 1994 vielen Berliner OL´ern bekannten Doron Kissinger einer der experimentier-freudigsten Orientierungsläufer seines Landes mit dem Ziel, diese Extradisziplin auch in seinem Heimatland anzusiedeln. Wie bereits Anfang und Mitte der neunziger Jahre beim OL sind nun auch im Biathlon-OL die engsten „Entwicklungshelfer“ der israelischen Enthusiasten wieder wir Berliner OL´er und Biathlon-OL-Freunde. Zu den bei der Eröffnung von allen mit herzlichem Applaus bedachten Qiyi Su und Doron Kissinger wurden auch die beiden Starter des zum zweiten Mal seit 2017 antretenden Großbritannien mit großem Beifall begrüßt und alle drei neuen Nationen in den Eröffnungsreden des Bürgermeisters von Skive, des Kommandeurs der gastgebenden Dienststelle der dänischen Armee sowie durch einen Vertreter des Kommandos der dänischen Streitkräfte persönlich willkommen geheißen.

 

Interessant war eine Neuerung der Eröffnungszeremonie, bei der alle angetretenen acht Nationen einzeln zu den Klängen ihrer Nationalhymnen sich vor ihre am Appellplatz gehissten Flaggen formatierten. Mit neun Salutschüssen einer Vertretung der Ehrengarde der dänischen Streitkräfte in den historischen Uniformen der seit dem 18. Jahrhundert in Skive angesiedelten Truppen endete eine beeindruckende Eröffnung der nunmehr neunten Weltmeisterschaften, bei der unter den deutschen Farben insgesamt 12 Teilnehmer sich der Konkurrenz stellen – unter ihnen gleich 10 Berlinerinnen und Berliner und da die Chinesin Su ja Mitglied im Berliner TSC ist, sind es sogar 11 um Delegationsleiter Dr. Frank Braatz (Storkower SV / IHW Alex 78 Berlin) und den zu seinem Stellvertreter gewählten Tobias Schwartz vom Berliner TSC - gestartet für den neuen „Deutschen Verband für Biathlon-OL „ (DVBOL).

 

Der erste Wettkampftag ist traditionell die als „Klassik“ bezeichnete Kombination aus „Punkt-Orientierungslauf“, etwas verkürztem Lang-OL und je 10 Schießfolgen im Liegen und Stehen besteht. Die inzwischen auch Nichtbiathlon-Orientierern bekannte Besonderheit dieses „Punkt-OL“ besteht darin, dass die auf einer 3 km langen ausgeflaggten Laufstrecke kreuz und quer durch das Gelände platzierten 10 Orientierungspunkte so genau wie möglich auf einer mitgeführten Blankokarte mittels Nadeleinstich durch den jeweiligen Wettkämpfer markiert werden müssen. Neben dem Zeitdruck (den natürlich wir diese erste Teilstrecke in die Gesamtlaufzeit integriert) gibt es für jeden Millimeter Abweichung von der tatsächlichen Lage eine Zeitstrafe von einer Minute, die bis maximal 10 Minuten pro Posten sich steigern kann. Doch vor dem ersten Start gab es eine „erste Schwierigkeit“. Das sog. „Anschießen“ , bi der jeder Schütze seine Waffe auf die konkreten Bedingungen am Wettbewerbsplatz „einschießt“ musste wegen heftiger Orkanböen um 1,5 Stunden verschoben werden – demzufolge geriet der gesamte Zeitplan arg durcheinander. Jeder selbst aktive Sportler wird sofort nachempfinden können, was das bedeutet – Essen, trinken, mentale Vorbereitung – alles war jetzt verändert – und sicherlich sind im Wettkampfverlauf etliche Fehler im Orientieren, im physischen und auch psychischen Bereich auf diese Verschiebung zurück zu führen. Die Schwierigkeiten bei den beiden Orientierungsteilstrecken bestanden in dem zum größten Teil sehr dicht verwachsenen Geläuf mit Sichtweiten vielfach unter 10 Metern im Nationalpark von Tvorup (ca. 55 km nördlich von Skive) darin, den eigene Standpunkt in dem durch ständige, vielfach starken Winden vom offenen Atlantik her geprägten feinkuppierten Dünengelände immer im Blick zu haben. Der Bahnleger hatte sich sehr große Mühe gegeben, möglichst viele Richtungsänderungen in seine auch gern mal quer durch das „Dunkelgrün“ führende Lauflinie einzubauen. Vielfach fühlten wir Berliner uns allzusehr an den nordöstlichen Kartenbereich von Groß Schönebeck erinnert, so dass tatsächlich „Schritte zählen“ und genaues Kompasslesen angesagt waren. Gleich nach dem Ende dieser „Tortur“ folgte dann mit einem Kartenwechsel beginnend die verkürzte Langstrecke mit nun schon erwartungsgemäß feingestellten Posten im gleichen Geländebereich. Als wäre das alles nicht schon anstrengend genug, hatten die Veranstalter des gastgebenden Militärsportclubs „Idrätsforeningen Flyvestation Karup“ (IFK) ganz offensichtlich einen „Deal“ mit Petrus, denn es war doch recht warm, eigentlich schon heiß und schwül – wie ja seit Wochen überall in unserer Hemisphäre „üblich“ (Nix da mit „Kühler im Norden“…). Fast trockene Wassergräben und Sümpfe und meterhohes Gras, wenn es dann mal aus dem Grün herausging und hinzu wirr herumliegende Zeugnisse früherer Orkane in Form von abgestorbenen Baum- und Ast- resten erforderten hinzu noch eine gute Kondition und noch mehr auch Konzentration auf die vielen Laufbehinderungen. Teildisziplin drei dann die bereits erwähnten 10 Schüsse im Liegen und nach einer kurzen Crossrunde von nicht einmal 100 m dann im Stehen mit der Besonderheit, dass jeder Fehlschuss gleich zu zwei Strafminuten führte. Klar – in den Hauptkategorien der Junioren und Elite hatten unsere beiden zum ersten Wettbewerb angetretenen Vertreter Tim Dalheimer (H 20 / Berliner TSC) und Benno Schütz (ESV Lok Schöneweide) kaum eine reale Chance auf eine Medaille, denn speziell die Vertreter Dänemarks, Finnlands und Schwedens bestanden fast vollständig aus den jeweiligen Landesteams der Militärauswahlmannschaften zu den jährlich stattfindenden Miltärweltmeisterschaften. Während Tim, der derzeit ein schwedisches OL-Gymnasium in Südschweden besucht, einen ausgezeichneten vierten Rang erlief (ein einziger Fehlschuss oder 2 Minuten trennten ihn von seiner ersten WM-Medaille) fand sich Benno nach mehreren kleineren Ungenauigkeiten beim OL und etwas unglücklichen Fehltreffern auf Platz 31 wieder. Medaillen gab es zum Teil überraschend in etlichen Seniorenkategorien, die, wie auch schon bei den „Senioren WM“ vor knapp einem Monat zu beobachten, recht unterschiedlich besetzt waren. Diese Spezialdisziplin des „Klassik“ beim Biathlon-OL verlangt eine recht hohe Spezialisierung. Und so „meiden“ doch etliche der Biathlon-Orientierer diese sehr zeit- und kraftaufwendige Disziplin, in der es naturgegebener Maßen auch etliches an „Nichtwertungen“ und sogar „Disqualifikationen“ gab. Während sich in der H 35 dadurch Tobias Schwartz quasi allein gegen sich kämpfte – denn trotzdem müssen ja alle Teildisziplinen mit Erfolg „durcheilt“ werden – und seine Goldmedaille mit Schulterzucken in Empfang nahm und in der D 60 Monika Braatz (Storkower SV) die Silbermedaille dann in Empfang nahm, ging es in den anderen Seniorenkategorien unter den angereisten Spezialisten mitunter doch bei Wettkampfzeiten zwischen 2:30 Std bis 4:30 Std. unerwartet glatt um Sekunden. Wobei das erst nach etlichen Stunden und mehr als komplizierten Auswertungen fest stand, mussten doch vor allem die „Fehlmillimeter“ beim „Punkt-OL“ in mühevoller Kleinarbeit durch die Kampfrichter ermittelt und natürlich dann auch noch Gegenkontrolliert werden. Schlussendlich freuten sich dann über eine Bronzemedaille Carl Distler in der H 40 und Bernd Wollenberg in der H 70, letzterem fehlten dann zu Silber ganze 6 Sekunden. Beiden kam die im Trainingslager antrainierte Fähigkeit beim „Punkt-OL“ entgegen, Carl musste nur 7 mm, Bernd sogar nur 6 mm Abweichungen als „Strafminuten“ in Kauf nehmen und gehörten damit zu den besten 10% des gesamten Starterfeldes – selbst der Weltmeister der Elite, der Schwede Johan Eklöv, musste mit 3 min vorlieb nehmen, sein Verfolger, der neue Vizeweltmeister Hinder (SWE) musste genau wie der Bronzeplatzierte Thomas Greve Jensen (DAN) deren 10 verkraften.

 

Bernd Wollenberg

 

WM im „Kurz“ - Biathlon-OL

Wie bereits beschrieben heißt die 2.Disziplin beim Biathlon-OL „Sprint“ – ist jedoch nicht so richtig mit dem, was beim OL als „Sprint“ bekannt ist, vergleichbar. Eher würde der Begriff „Kurzbahn“ oder simpel „Kurz-OL“ zutreffender sein. Für diese Teildisziplin der diesjährigen WM hatten die Ausrichter der Militärbasis Skive der dänischen Streitkräfte ihren ca. 40 km südlicher gelegenen Truppenübungsplatz von Finderup gewählt – einem eindeutig eizeitlich geprägtem Dünengelände, das allerdings genau so stark verwachsen wie am Tag eins die nun um etwa 20 Starter angewachsenen Starter der diesjährigen Welttitelkämpfe erwartete, unter den hinzu gekommen mit Sebastian Fleiß (Berliner TSC) den Juniorenweltmeister von 2016, der ausbildungsbedingt den Klassikwettbewerb auslassen musste. Für diese 20 „Neustarter“ war diese „Grüne Hölle“ trotz etlicher Vorwarnungen durch die nun schon „Alteingesessenen“ doch mitunter schlichtweg schockierend und so fand sich mancher, der den Begriff „Sprint“ allzusehr mit „sehr schnellen Laufen“ verband, auf den relativ kurzen Strecken und in Hörweite der Schiessanlage plötzlich „irgendwo im grünen Busch“, nur nicht am anvisierten Posten wieder.

 

Natürlich fällt dann das „Umschalten“ auf kontrollierte Laufoffensive schwer – und das altbewährte „Schrittezählen“ direkt auf der Kompasslinie ist bekanntlich nicht so sehr das Ding diverser Orientierer… Die Posten standen exakt dort, wo sie auch eingedruckt waren und waren dann auch, hatte man denn die richtige Minilichtung oder Minidickung erreicht, dort so aus ca. 6 – 10 m Entfernung auch sichtbar. Aber jeder einigermaßen wettkampferfahrene Orientierungsläufer kennt das aus eigenem Erleben, was es heißt, unter Wettkampfanspannung sich zur Ruhe zu zwingen und zu versuchen, die nur lokal begrenzt sicht- oder besser ausgedrückt – fühlbaren Reliefstrukturen auch einzuordnen. Wie bereits beschrieben – Schrittezählen und konsequente Einhaltung der Kompasslinie waren da die besten Entscheidungen im Teilbereich Orientieren. Zum Biathlon-OL gehört natürlich das Schießen dazu – und bei dieser Sprintdisziplin werden Fehltreffer dann mit den berühmt-berüchtigten Strafrunden gewissermaßen „belohnt“ – und diesen führte dann erst einmal eine schöne Düne hinauf und mit mehreren scharfen Biegungen über liegende Bäume hinweg, so dass aus den knapp 250 m eine Belastung mit gut zwei und nach längerer Belastung auch gern schon mal 2,5 Minuten pro Runde werden konnten. Die Herrenelite gar „durfte“ noch etwa 80 m mehr absolvieren – dafür heißen sie ja auch Elite“. Die Schießanlage selbst war auch ein Novum. Von der Schusslinie aus waren die Ziele in 50 m Entfernung gut 10 m tiefer gelegen, hinzu dann Sonne von hinten… Bedingungen, die selbst erfahrenen Schützen zum Schwitzen bringen können. So kamen dann unsere deutschen Teilnehmer doch mit recht unterschiedlichen Ergebnissen zur Zeitwertung bei an diesem Wettkampftag wieder sonnigen und feuchtwarmen Witterungsbedingungen. Mit der Gesamtaufgabe kam heute bei den Damen-Seniorinnen der AK 60 Monika Braatz (Storkower SV) besser zurecht und konnte ihre Dauerkonkurrentin aus Dänemark, Mona Rasmussen, mit 9 Sekunden besiegen: Gold! Die gleiche Farbe auch wieder für Tobias Schwartz (Berliner TSC), der aber wieder auf Gegner vergeblich gewartet hat und trotzdem seinen Parcours mit hohem Wettkampftempo absolvierte. Sein Vereinskamerad Bernd Wollenberg blieb der von ihm am Tag eins gewählten Medaillenfarbe treu und erlief sich wieder Bronze, nur seine Gegner betrieben durchweg Wechselspiele in ihren Platzierungen. In den Leistungskategorien der Junioren und Elite erkämpfte sich Sebastian Fleiß trotz dreier Abweichungen im Dunkelgrün im Elitewettbewerb Platz 27, Juniorenstarter Tim Dalheimer wurde heute – bedingt durch ein ähnliches „Schicksal“ wie Sebastian – auf Platz fünf gewertet. Die von unserem Team des „Deutschen Verbandes für Biathlon-OL“ (DVBOL) betreuten Qiyi Su (China, Platz 2 der D 21 B) und Doron Kissinger (Israel, Platz 10 der Senioren AK 60) kamen schon mal besser mit den Aufgaben als am Tag der Klassik zurecht und freuten sich mit Recht über ihre jeweils vier Schiesstreffer und Erfüllung der Gesamtaufgaben, denn etliche andere mussten auch heute wieder Disqualifikationen oder simpel Wettkampfabbrüche verzeichnen… Das traditionelle abendliche Banquett führte dann die Vertreter aller neun Nationen zu kräftigem Schmaus und vielen Erfahrungsaustauschen zusammen und so manche Emailadresse wurde auch in diesem Jahr wieder ausgetauscht.

 

Bernd Wollenberg

 

Teambronze für Deutschland

Wie in eigentlich allen internationalen Grossereignissen in den Laufsportdisziplinen beschießen auch bei den Weltmeisterschaften der Biathlon-Orientierungsläufer die Staffelwettbewerbe die Welttitelkämpfe. Die Ausrichter der dänischen Militärbasis von Skive nutzten dazu das gleiche Militärareal des ca. 40 km südlicher gelegenen Truppenübungsplatz von Finderup mit seinen bereits beschriebenen typische eizeitlich geprägtem Dünengelände und dem sehr stark zugewachsenen Geläuf. Und obwohl durch die Erfahrungen des „Sprint-OL“ eigentlich vorgewarnt, nicht allzu „verwegen“ drauf los zu preschen traf es auch zu den Staffelwettbewerben überrasch end viele – zum Teil sogar sehr erfahrene – Biathlonorientierer durchweg aller Nationen und Alterskategorien. Neben der Junioren- und Elitekategorie werden ähnlich unseren deutschen Teamkategorien Minimalaltersgrenzen gesetzt, die sich in AK 70, AK 95 und AK 120 gliedern. Bedingt durch die notwendigen Schießbahnen für Liegend- und Stehendschiessen werden allerdings 3´er Teams nur im Starterfeld der Herren-Elite aufgestellt, alle anderen Kategorien starten in 2´er Teams. Genau wie beim durch diverse TV-Übertragungen bekannten „Winterbiathlon“ haben alle Starter neben ihren jeweils 5 Schuss je Anschlag auch noch zusätzlich für jede Schießeinlage 3 Reservepatronen zur Verfügung, ehe es auf die nunmehr noch um 50 m verlängerten Strafrundenfür Fehltreffer geht.

 

Das deutsche Team ging in allen männlichen Kategorien ab der Herren-Elite aufwärts an den Start. Während die Teams für die drei Seniorenkategorien recht schnell aufgestellt waren, gab es eine längere Diskussion über die Reihenfolge des Eliteteams, dass durch Trainer- und Leitungsentscheid dann mit dem eher als ruhig und besonnen anlaufenden bekannten Benno Schütz (ESV Lok Schönewiede) als Startläufer antrat, gefolgt vom 17-jährigen Juniorenläufer Tim Dalheimer und als Schlussläufer der Juniorenweltmeister von 2016, Sebastian Fleiß (beide Berliner TSC) folgen sollte. Leider „vergaß“ Startläufer Benno sämtlich guten Vorsätze und handelte sich gleich drei Suchaltionen ein, die dadurch entstandene Unkonzentration führte dann auch noch zu einigen „Penaltys“ mehr als normal. So startete Tim mit über 48 min Rückstand zur führenden Vertretung von Finnland III und immer noch 35 min Rückstand zum zehntplatzierten Dänemark III als elfter in sein Rennen. Auch Tim beherzigte nicht die mahnenden Worte der Trainer, konnte aber als momentan ein schwedisches OL-Gymnasium absolvierender Orientierer dann sich selbst noch unterwegs abbremsen und so zumindest den 11.Rang für das deutsche Team halten. Sebastian beherzigte sämtliche Hinweise und lieferte ein sehr gutes Schießergebnis mit insgesamt nur drei Strafrunden ab. Sein eigenes Ergebnis brachte ihn auf Platz 8 zu den mittlerweile führenden Schweden und reduzierte zumindest den Rückstand zu Platz 10 auf 13 Minuten. Unser bestes Resultat erzielten mit Platz 3 und somit Bronze das Team der AK 70 mit den TSC-Startern Tobias Schwartz und Carl W. Distler, bei der Startläufer Tobias dank guter Schießleistung sogar als zweiter mit knapp 2 min Vorsprung auf Schweden I auf Carl übergab. Deren sehr starken Schlussläufer Sören Nilsson Paledal (Weltmeister Klassik und Vizeweltmeister Sprint) , der zur Bestzeit der Konkurrenz auflief, konnte Carls jedoch außer seinem Kampfgeist nichts entgegensetzen, erreichte jedoch noch vor den als stark eingeschätzten zweiten Team von Schweden und Tschechiens erster Mannschaft den Bronzerang. Das Team der AK 120 mit Jürgen Schwanitz (TSV Deggendorf) und Bernd Wollenberg (TSC) wurde fünfte, die Mannschaften der AK 95, Deutschland I mit Bernd Käding (Kaulsdorfer OLV) und Frank Braatz (IHW Alex 78), für den Storkower SV startend, erreichte Platz 8, Deutschland II mit Matthias Kalle Dalheimer (TSC) und Doron Kissinger (ASA Tel Aviv, dank seiner Doppelstaatsbürgerschaft auch für Deutschland startberechtigt) wurde auf Platz 12 gelistet.

 

Während einige Biathlon-Orientierer nun noch einige Wettbewerbe in Tschechien und Schweden besuchen, wird die Mehrzahl auch der Berliner Teilnehmer dann Ende Oktober zum Weltcupfinale in Dänemark noch einmal im Jahr 2018 antreten.

 

Bernd Wollenberg

Biathlon OL Weltcupfinale 2016

Nymindegab (Dänemark)

Zwei Wertungsläufe an zwei Tagen.
Doppelsieg an beiden Tagen für Marie Herrnhold und Sebastian Fleiß.

 

Wettkampftag Eins: Klassik

Spricht man im Orientierungslaufsport von der Langstrecke, die früher einmal auch als „Klassik“ bezeichnet wurde, von der „Königsdisziplin im OL“ , ist das durchaus berechtigt, denn in dieser zugleich auch ältesten Disziplin wird sowohl das läuferische, also athletische, als auch das orientierungstechnische Können besonders geprüft. Aus dieser Wettkampfform entwickelten sich im Laufe der

Biathlon Zielscheiben schießen

Geschichte des OL die anderen, aktuellen Disziplinen. Und genauso ist es auch beim Biathlon-Orientierungslauf. Hier wird allerdings international in der „Internationalen Biathlon-Orienteering-Federation“ (IBOF) im Gegensatz zur „Internationalen Orientierungslauf Föderation“ (IOF), wo diese inzwischen simpel „Lang-OL“ benannt wird, der Begriff „Klassik“ weiter verwendet.

 

Einige Worte zu dieser Klassikdisziplin. Diese sehr speziell Form des Biathlon-Orientierungslaufs besteht neben einer typischen Lang-OL-Bahn und jeweils 10-mal liegend und stehend schießen zusätzlich aus dem „Punkt-OL“. Speziell diese Teilstrecke gleich vom Start weg bietet eine nicht zu unterschätzende Schwierigkeit. Denn egal in welcher Startkategorie die Teilnehmer antreten, a l l e müssen auf einer drei km langen und durchtrassierten Strecke fünf OL-Posten konkret auf einer mitgeführten „blanken“ OL-Karte per Nadelstich ortsgenau markieren. Hinzu kommen fünf weitere Kontrollstellen, an denen jeder einen mit Postenbeschreibung gekennzeichneten Posten in wechselnder Entfernung vom eigenen Standpunkt „aufgehängt“ per Nadeleinstich markieren muss. Zur Unterstützung ist noch die Richtung, in der sich dieser befindet, angegeben. Grundsätzlich ist untersagt, auf dieser Strecke irgendwie zurück zu laufen noch diese überhaupt zu verlassen. Jeder Millimeter Abweichung beim Stechen der Posten kosten gleich eine Strafminute. Bei den Schießeinlagen dann, angelehnt an den TV-bekannten Biathlon, gibt es dann gleich zwei Strafminuten pro Fehlschuss! Diese Fehlminuten addieren sich sehr schnell, was eben auch unsere Starter mehr oder weniger „spürten“.

 

Karsten am Start

 

Und mit dieser, der Kategorie „Klassik“ der Orientierungssportart „Biathlon-Orientierungslauf“ („Bi-OL“), startete dann auch zum Saisonabschluss traditionell das Finale der aktuellen Weltcupsaison in Dänemark. Wieder ging es in das berühmte Dünengelände an der jütländischen Westküste und wieder, diesmal bei Nymindegab, in ein ausgeprägtes militärisches Übungsgelände. Die Hälfte bestand, zur Atlantikküste hin, aus offenem Grasland, die andere war beinahe durchgehend mit für die Athleten hochgradig unangenehmen Krüppelkiefern, deren Gezweig bis zum Boden reichte. Hinzu kam regnerisches kühles Wetter mit teilweise recht kräftigen Windböen. Schon beim „Anschießen“, d.h. also beim Testen der realen Bedingungen am Schießstand, wurde schon festgestellt, dass es z.T. recht heftige Abweichungen geben konnte. Unangenehm – zumindest aus Sicht des Autors – wirkte einmal mehr die unselige Art der Übernahme des elektronischen Höhenbildes 1:1 in das dargestellte Relief sowie das doch recht großzügige Weglassen von Fallstrichen für die diversen Täler. So war dann auch schon das Einlesen beim Absolvieren der 3 km-„Punkt-OL-Bahn“ allein aus diesen beiden Gründen nicht unbedingt einfach zu nennen. Als etwas gewöhnungsbedürftig folgte – Geländebedingt – sofort der Übergang zur normalen OL-Bahn. So kamen dann fast alle Teilnehmer doch erheblich „fertiger“ zum Liegendschießen als allgemein üblich. Das Schießergebnis in Form der oben erwähnten Strafminuten zeigt das in der Auswertung eindeutig. Zwischen den beiden Schießeinlagen war nun lediglich eine 1000 m Pflichtstrecke gelegt und nach dem Stehendschießen ging es dann unmittelbar zum Ziel.

 

Die Sieger mit ihren Trainern

 

Erstmals konnten in  den Leistungskategorien der Junioren und Elite in dieser Disziplin für Deutschland nicht nur Podiumsplätze, sondern durch Marie Herrnhold (D 20) und Sebastian Fleiß (H20) zwei Siege eingefahren werden. Beide kamen sowohl mit dem harschen Geläuf als auch mit dem Punkt-OL und den beiden Schießeinlagen am besten zurecht, wohingegen doch sehr vielen Starterinnen und Startern die nicht regelgerechten Bahnlängen quasi „die Nerven raubten“. Zwar erliefen sich in der Herren-Elite mit Karsten Blume (Berliner TSC) mit dem 11. Platz erstmals ein deutscher Elite-Biathlonorientierer eine TOP 15 Platzierung bei einer Weltkonkurrenz (Weltcup oder Weltmeisterschaft) und erreichte wie Benno Schütz (ESV Berlin- Schöneweide) mit Platz 15 noch wertvolle Weltcuppunkte, beide waren aber mit ihren Ergebnissen doch mehr als unzufrieden.

 

Kennzeichnend war bei diesem Langstreckenwettbewerb die ungewöhnlich große Anzahl von nicht gewerteten Teilnehmern durch Aufgabe bzw. Abbruch „unterwegs“, so dass in einigen Kategorien nur noch die gewerteten überhaupt im Ergebnisprotokoll erscheinen.

 

Wettkampftag Zwei: Sprint

 

Auch hier: Spricht man im Orientierungslaufsport von der Sprintstrecke, die früher einmal auch als „Kurzbahn“ bezeichnet wurde, ist auch das durchaus berechtigt, denn in dieser jüngsten der OL-Disziplinen  soll speziell das sichere Orientieren bei besonders schnellem Laufen getestet werden. Auch beim Sprint im Biathlon-Orientierungslauf soll es auf hohe orientierungstechnische Aufgabenlösung ankommen. Hier wird allerdings international in der „IBOF“ im Gegensatz zur „IOF“, wo dieser „Sprint-OL“ in 12 – 15 min dauern  und vorrangig in urbanem Gelände stattfinden soll, dieser „Biathlon-Sprint-OL“ doch mehr im Wald und so realisiert, dass er doch dem beim OL als „Mittelstrecke“ bezeichnetem Wettbewerb näher kommt, da ja nach den beiden OL noch das Schießen hinzu kommt und somit Siegerzeiten bei etwa 25 min aufwärts anfallen.

In den Dünen

 

Einige Worte also auch an dieser Stelle zu dieser Kurzstreckendisziplin. Diese Form des Biathlon-Orientierungslaufs besteht wie bereits erwähnt in der Regel aus zwei kurzen OL-Bahnen die durch jeweils fünf Schießeinheiten im Liegen unterbrochen werden. Nach der zweiten OL-Einheit folgt das Schießen im Stehendanschlag. Die Fehlschüsse werden mit Strafrunden geahndet, wobei die Länge abhängig von der jeweiligen Startkategorie ist.

 

Mit dieser, der Kategorie „Sprint“ der Orientierungssportart „Biathlon-Orientierungslauf“, endete dann zum Saisonabschluss traditionell das Finale der aktuellen Weltcupsaison in Dänemark. Auch dieser letzte Saisonhöhepunkt führte erneut durch das Dünengelände, allerdings mit Start und Ziel innerhalb des Kasernengeländes. Wieder war der außerhalb des Militärgeländes gelegene Streckenabschnitt durch mit Krüppelkiefern bewachsene Sandhügel gekennzeichnet und wieder war es regnerisch und kühl. Interessanterweise war bei diesem Weltcupfinale nach dem zweiten Schießen noch einmal eine Kurz-OL-Bahn zu absolvieren. Der Veranstalter hatte hierzu eine OL-Karte mit drei kleinen getrennten Geländeausschnitten ausgegeben – und die erreichten Wettkampfzeiten wichen dann doch um einiges vom „Normalstandard“ einer „handelsüblichen“ Sprintbahn ab. Da die Bedingungen jedoch für alle gleich waren, konnten die besser trainierten Teilnehmer natürlich mehr brillieren, aber das ist eben im Sport allgemein so. 

 

Sebastian am Start

 

Wie schon am Vortag  konnten in  den Leistungskategorien der Junioren und Elite in dieser Disziplin für Deutschland nicht nur Podiumsplätze, sondern durch Marie Herrnhold (D 20) und Sebastian Fleiß (H20) zwei Siege eingefahren werden. Beide kamen sowohl mit dem harschen Geläuf als auch mit den beiden Schießeinlagen am besten zurecht, wohingegen doch sehr vielen Starterinnen und Startern die nicht regelgerechten Bahnlängen wieder quasi „die Nerven raubten“. Dritte wurde in bei den Juniorinnen mit knappen Rückstand auf Rang zwei Marina Schnauss vom Berliner TSC. Beifall löste der für ihn selbst überraschende sechste Platz in der Herren-Elite durch Karsten Blume (Berliner TSC) aus, der dadurch als erster Deutscher überhaupt in der Geschichte des Biathlon-OL in der Hauptkategorie eine TOP-10-Platzierung erreichen konnte. Der zweite deutsche Elitestarter, Benno Schütz (ESV Berlin- Schöneweide) war mit seinem 17. Platz und des damit verbundenen nochmaligen Gewinns von Weltcuppunkten nicht richtig zufrieden. Der Endstand im Weltcup sieht Karsten unter den 82 gewerteten Eliteläufern auf Platz 39 (39 Punkte), Benno erreichte mit seinen 24 Punkten den 52. Rang. Weitere Podestplätze beim Sprint gab es dann aus deutscher Sicht noch mit jeweils zweiten Plätzen für Monika Braatz (AK Damen ab 55 / Storkower SV) und Dimitri Popov (AK Herren ab 40 / SV Schorfheide).

 

Team Deutschland

 

Auch bei diesem Sprintwettbewerb wurde wie schon am  Vortag eine ungewöhnlich große Anzahl von nicht gewerteten Teilnehmern durch Aufgabe bzw. Abbruch „unterwegs“ registriert, so dass in einigen Kategorien nur noch die gewerteten Teilnehmer überhaupt im Ergebnisprotokoll erscheinen.

 

Zu „verdanken“ dieser zumindest in den vier Leistungskategorien der Junioren und Elite doch erfolgreichen Schlußserie der diesjährigen Weltcupsaison einschließlich der beachtlichen Ergebnisse bei den Weltmeisterschaften vom Sommer in tschechischen Jachymov  haben unsere Athleten wohl vor allem dem vom schwedischen „Orienterings-Skytte-Verband“ für unsere deutschen Teilnehmer Henrik Rudert (AK 14), Sebastian Fleiß (Juniorenweltmeister Sprint und -vizeweltmeister Staffel), Paul Scholtz (Juniorenvizeweltmeister Staffel) und Karsten Blume sponsierten Trainingslager in Uppsala (Juni), dem SV Schorfheide und dem Kreissportbund Barnim für die Unterstützung bei der Schießausbildung (Langzeitausleihe ihrer beiden Laserpräzisionsgewehre), den Schießtrainern Dimitri Popov (SV Schorfheide / Bundesbiathlonzentrum Altenberg), Dr. Frank Braatz (Storkower SV / Treptower SV), dem OL-Trainer Bernd Wollenberg (Berliner TSC) und – für die weiteren Erfolge beim Weltcupfinale auch bereits der Mitarbeit im Trainingsbetrieb durch die beiden TSC-Sportler Sebastian Fleiß (C-Lizenz als OL-Trainer und inzwischen auch spezialisiert auf Schießausbildung) und Tobias Schwartz, der besonders seine langjährigen Schießerfahrungen aus seiner Zeit im Schützenverein mit eingebracht hatte.

 

Doppelsiegerin Marie und Platz Zwei für Elin Djupsjö aus Schweden

Die erfolgreichsten Junioren Torsten und Sebastian

 

[Bilder-Gallerie]

 

Text: Bernd Wollenberg

Fotos: Hans Mandahl, Bernd Wollenberg

WM 2016

 

World Championship Biathlon Orienteering

 

[Sprint - Bericht] [Sprint - Ergebnisse]
[Klassik - Bericht] [Klassik - Ergebnisse]
[Staffel - Bericht] [Staffel - Ergebnisse]
   
[Foto-Album]  

 

3. Juli 2016 – Sprint
Tag Eins mit Titelgewinn!

 

03.07.2016 BerlinteamIn der noch jungen Orientierungssportart „Biathlon-Orientierungslauf“ („Bi-OL“) konnte mit dem Titelgewinn der Junioren durch Sebastian Fleiß (Berliner TSC) in einer der vier Leistungskategorien der Junioren und Elite erstmals ein WM-Titel nach Deutschland gehen.

 

Im tschechischen Jachymov in den Kammlagen des Erzgebirges unweit der Grenze zu Deutschland und zum bekannten Wintersportzentrum Oberwiesenthal fanden die diesjährigen Welttitelkämpfe der Biathlon-Orientierungsläufer statt. [weiter lesen]

 

4. Juli 2016 – Klassik
Die Königsdisziplin

 

SchiessanlageIm allgemeinen wird im Orientierungslaufsport von der Langstrecke, die früher einmal auch als „Klassik“ bezeichnet wurde, von der „Königsdisziplin im OL“ gesprochen. Und das mit Recht, denn in dieser Disziplin wird sowohl das läuferische, also athletische, als auch das orientierungstechnische Können besonders geprüft. Und genauso ist es auch beim Biathlon-Orientierungslauf. Hier wird allerdings international in der „Internationalen Biathlon-Orienteering-Federation“ (IBOF) der Begriff „Klassik“ weiter verwendet. [weiter lesen]

 

5. Juli 2016 – Staffel
Zum Abschluss je zweimal Silber und  Bronze

 

Juergen und BerndSo wie in vielen anderen Sportarten und natürlich auch anderen OL-Formen, gibt es im Biathlon-OL auch Staffelwettbewerbe. Allerdings – diese sind in dieser Spezialdisziplin vor allem geschuldet der doch längeren Wettkampfzeiten und, damit verbunden,  auch der Erhöhung der Spannung für Zuschauer und Wettkämpfer und werden, außer in der Kategorie Herren-Elite in allen anderen Kategorien in Zweierteams absolviert, also um Medaillen und Plätze gerungen. [weiter lesen]

 

World Championship Biathlon Orienteering

 
3. Juli 2016 – Sprint
Tag Eins mit Titelgewinn!

 

03.07.2016 BerlinteamIn der noch jungen Orientierungssportart „Biathlon-Orientierungslauf“ („Bi-OL“) konnte mit dem Titelgewinn der Junioren durch Sebastian Fleiß (Berliner TSC) in einer der vier Leistungskategorien der Junioren und Elite erstmals ein WM-Titel nach Deutschland gehen.

 

Im tschechischen Jachymov in den Kammlagen des Erzgebirges unweit der Grenze zu Deutschland und zum bekannten Wintersportzentrum Oberwiesenthal fanden die diesjährigen Welttitelkämpfe der Biathlon-Orientierungsläufer statt. Neben den 13 deutschen Vertretern waren Schweden, Finnland, Dänemark, Tschechien, die Russische Föderation, und erstmals die Niederlande am Start. Bei diesen nun 9. Weltmeisterschaften erlief sich Sebastian Fleiß mit einem starken Lauf über die 3,6 km und mit 17 Posten bestückte OL-Bahn in der Gesamtzeit von 31:53 min seinen ersten WM-Titel! Und das, obwohl ihm acht Strafrunden á ca. 140 m für die entsprechenden Fehlschüsse in den zeitlich eingebundenen jeweils fünf Schussserien liegend und stehend lt. Reglement „auferlegt“ wurden. Damit krönte er seine bisherige Biathlon-OL-Geschichte, die 2014 mit dem Vizeweltmeistertitel im Sprint in Storkow über die Wiederholung 2015 bei der WM in Finnland sowie dem ersten Sieg seiner noch jungen Kariere beim Weltcupfinale 2015 in Dänemark führte. Sein Hauptkonkurrent, der Schwede Johan Hangströmer, war zwar fast eine Minute schneller, hatte aber den Endposten zum Ende der Strafrunden nicht gestempelt, obwohl dieser auf der OL-Karte eindeutig eingezeichnet war. Auch der eigentlich drittplatzierte Däne Christian Müller „stolperte“, mit Johan mitlaufend, über diesen Posten, so dass in der Gesamtwertung der Junioren der Clubkamerad von Sebastian Fleiß, Paul Scholtz, sich auf einen ausgezeichneten fünften Rang in 40:43 min platzieren konnte.

 

WeltmeisterBeide, Sebastian Fleiß wie Paul Scholtz, setzten ihre im schwedischen Nachwuchstrainingslager in Uppsala (Mitte Juni auf Einladung des schwedischen Bi-OL-Verbandes) gewonnenen Kenntnisse so gut um, dass ihnen die beiden schwedischen Trainer Hans Mandahl und Per Aden spontan im Beisein der gesamten schwedischen Auswahl gratulierten und schon für das nächste Jahr einluden. Nebenbei: Das Trainingslager, zu dem neben Sebastian Fleiß und Paul Scholtz auch noch die an diesen WM nicht startenden Karsten Blume (H 21 Elite, durch Arbeitsbeginn nach erfolgreichem Studienende natürlich noch keine Urlaubsmöglichkeit – wir sind eben alle zu 100% Amateure!) und Henrik Rudert (H 14, SV IHW Alex 78, aber mit 13 noch zu jung für die WM in H 20) noch zeitweilig Bernd Wollenberg (H 65, ebenfalls arbeitsbedingt zu wenig Urlaubstage) anwesend. Die Kosten „vor Ort“ übernahm dankenswerter Weise der schwedische Biathlon-OL-Verband und WWOP-Germany sponserte Anteile an Flug und Transfers.

 

Bernd beim SchießenZurück zu den Weltmeisterschaften: Seit etlichen Jahren aktiv ist die Familie Monika und Frank Braatz. Sie und zu den beiden Junioren weitere neun deutsche Teilnehmer aus diversen Seniorenkategorien starteten bei diesen 9.Weltmeisterschaften.  Und es gab – natürlich möchte man fast schreiben - weiter Erfolge für unsere Vertreter, von denen 11 auch  fünf Vereine der Region Berlin-Brandenburg präsentierten. Und eigentlich müsste es sogar von 14 deutschen Startern heißen, wäre nicht der frühere Braunschweiger Olaf Binsch für seine neue Heimat Niederlande gestartet.

 

Auf einen Silberrang platzierte sich in der AK 55 mit Monika Braatz (Treptower SV / Schützenverein Storkow) die wohl erfahrenste deutsche Dame, denn bereits seit 2008 nimmt sie regelmäßig und mit etlichen errungenen Medaillen an Weltmeisterschaften und Weltcups teil. Bronzemedaillen erliefen sich in der AK 35 Claudia Becker (Berliner Turnerschaft), AK 45 Kirsten Käding (Kaulsdorfer OLV), bei den Herren der AK 35 Tobias Schwartz (Berliner TSC) und in der AK 45 Dimitri Popov (SV Schorfheide).

 

Vizeweltmeister

Bronze 1

Bronze 2

Bronze 3

 

Spezieller Dank aller Medaillengewinner und Platzierten unseren Schießtrainern Dr. Frank Braatz und Dimitri Popov – denn vor jedem Start wird bei dem sog. „Anschießen“ immer wieder das Trefferbild analysiert und versucht, letzte Korrekturen vorzunehmen. Denn „Biathlon-OL“ verlangt eben drei gleichberechtigte Faktoren: Laufen – Orientieren – Schießen. Und da kann eben nur vorn mitlaufen, wer alles gleichgut beherrscht!

 

Text: Bernd Wollenberg

Fotos: Hans Mandahl, Jürgen Schwanitz, Bernd Wollenberg


4. Juli 2016 – Klassik
Die Königsdisziplin

 

SchiessanlageIm allgemeinen wird im Orientierungslaufsport von der Langstrecke, die früher einmal auch als „Klassik“ bezeichnet wurde, von der „Königsdisziplin im OL“ gesprochen. Und das mit Recht, denn in dieser Disziplin wird sowohl das läuferische, also athletische, als auch das orientierungstechnische Können besonders geprüft. Und genauso ist es auch beim Biathlon-Orientierungslauf. Hier wird allerdings international in der „Internationalen Biathlon-Orienteering-Federation“ (IBOF) der Begriff „Klassik“ weiter verwendet.

 

Silber SeniorenUnd in dieser, der Kategorie „Klassik“ der Orientierungssportart „Biathlon-Orientierungslauf“ („Bi-OL“), konnte ein weiterer Weltmeistertitel für das deutsche Team errungen werden. Bei dieser sehr speziellen – und eigentlich auch der schwersten Disziplin dieser noch jungen OL-Form konnte in der Kategorie der AK 40 sich der Biathlonjugendtrainer  des SV Schorfheide und aktuell im Biathlonzentrum Altenberg wirkende Dimitri Popov den Weltmeistertitel vor Nicolai Wind (DEN) und Olaf Binsch (NED) sichern. Dabei kam Dimitri Popov sein einmal als früherer sowjetischer Eliteläufer und Nationalkader zugute sowie, dass er von Kindesbeinen an auch im Winterbiathlon zu Hause in Novosibirsk aktiv war. Speziell im Schießen hatte er an diesem Wettkampftag seine Bestleistung abrufen können, die ihm auch den Sieg bescherten. Zu der Goldmedaille errangen deutsche Biathlon-Orientierer noch zweimal Silbermedaillen und wurden somit Vizeweltmeister. In der AK 35 jeweils Claudia Becker (Berliner Turnerschaft) und Tobias Schwartz (Berliner TSC). Abgerundet wurde dieser Klassiktag mit weiteren zwei Bronzemedaillen: Kirsten Käding (AK 40, Kaulsdorfer OLV) und Monika Braatz (AK 55, Treptower SV / SV Storkow) konnten ihre Medaillenausbeute erhöhen.

 

PaulEinige Worte zu dieser Klassikdisziplin. Diese sehr speziell Form des Biathlon-Orientierungslaufs („Bi-OL“) besteht neben OL und jeweils 10 mal liegend und stehend schießen zusätzlich aus dem „Punkt-OL“. Speziell diese Teilstrecke gleich am Start hat es in sich: Jeder Teilnehmer muss auf einer drei km trassierten Strecke fünf OL-Posten konkret auf einer mitgeführten „blanken“ OL-Karte per Nadelstich ortsgenau markieren. Hinzu kommen fünf weitere Kontrollstellen, an denen jeder einen mit Postenbeschreibung gekennzeichneten Posten in wechselnder Entfernung vom eigenen Standpunkt „aufgehängt“ per Nadeleinstich markieren muss. Zur Unterstützung ist noch die Richtung, in der sich dieser befindet, angegeben. Grundsätzlich ist untersagt, auf dieser Strecke irgendwie zurück zu laufen noch diese überhaupt zu verlassen. Jeder Millimeter Abweichung beim Nadeleinstich kostet gleich eine Strafminute. Bei den Schießeinlagen dann, angelehnt an den TV-bekannten Biathlon, gibt es dann gleich zwei Strafminuten pro Fehlschuss! Diese „Fehlminuten addieren sich sehr schnell, was eben auch unsere Starter mehr oder weniger „spürten“. So war nach „reiner“ Laufzeit in der Juniorenkategorie der frisch gekürte Weltmeister Sebastian Fleiß (Berliner TSC) nach seinem „Lieblingsgegner“ Johan Hangströmer (SW, 1:35:10 Std. für die 7,2 km (270 Hm, 25 OP) plus die 3,0 KM „Punkt-OL“ mit 1:36:52 Std. eindeutig auf Platz zwei und eigentlich „sicher. Denn die beiden nächstplatzierten Thorsten Svensson (SWE, 1.47:31 Std.) und Anton Bernrving (SWE,  1:51.01 Std.) waren zeitlich doch recht eindeutig langsamer, aber hatten dann insgesamt weniger Strafminuten, so dass Sebastian Fleiß sich mit nicht ganz vier Minuten Rückstand zu Bronze auf Platz vier platzierte. Zwei Fehlschüsse zu viel, aber das ist eben Biathlon. Ähnlich Bernd Wollenberg (Berliner TSC): nur vier Minuten Einbuße beim „Punkt-OL“, aber mit nur fünf von 20 Treffern dann doch letztendlich auf Platz fünf der AK 6. Frank Braatz (Treptower SV, AK 50) traf es härter: Nur zwei Minuten Fehler beim Punkt-OL und insgesamt nur 12 Strafminuten beim Schießen – aber durch eine Knieverletzung beim OL über die insgesamt 8,4 km mit 180 Hm und 19 OP brachten dann unter 10 min Rückstand auf Bronze – Ergebnis Platz 6. Platz 8 hier Bernd Käding (Kaulsdorfer OLV) und bei den Junioren Paul Scholtz (Berliner TSC) auf Platz 9, er hatte für sich selbst einen „rabenschwarzen“ Tag erwischt…

 

Claudia Silber

Tobias Silber

 

Und wieder, wie auch schon beim Sprint, wirkten unsere beiden „Biathlonprofis“ Frank Braatz und Dimitri Popov beim „Anschießen“ aktiv auf unsere Trefferbilder ein, immer wieder „schraubten“ sie, unsere beim liegend Schießen erzielten Treffer  analysierend, an den Visiereinrichtungen. Dass dann unter der hohen physischen und psychischen Wettkampfbelastung dann doch nicht alles so glatt lief wie beim „Anschießen“, erleben die Biathlonfans bei den ausgiebigen TV-Übertragungen jeden Winter ja selbst bei den zig „Profis“ der Wintersportszen - und die schießen weiß Gott wesentlich öfter als wir „Amateure“ des Biathlon-Orientierungslaufs. 

 

Text: Bernd Wollenberg

Fotos: Veranstalter Jachymov, Hans Mandahl, Jürgen Schwanitz, Bernd Wollenberg


5. Juli 2016 – Staffel
Zweimal Silber und Bronze

 

Juergen und BerndSo wie in vielen anderen Sportarten und natürlich auch anderen OL-Formen, gibt es im Biathlon-OL auch Staffelwettbewerbe. Allerdings – diese sind in dieser Spezialdisziplin vor allem geschuldet der doch längeren Wettkampfzeiten und, damit verbunden,  auch der Erhöhung der Spannung für Zuschauer und Wettkämpfer und werden, außer in der Kategorie Herren-Elite in allen anderen Kategorien in Zweierteams absolviert, also um Medaillen und Plätze gerungen. Wie den vielen Sportfans vom Fernsehen im Winterbiathlon her bekannt, wird auch beim Staffelwettbewerb im Biathlon-OL zwischen den beiden Laufeinheiten ein Liegendschießen und nach der zweiten OL-Einheit dann ein Stehendschießen absolviert. Die deutsche Teamleitung (Dr. Frank Braatz und Dimitri Popov) versuchten ihr bestes, unsere Mannschaften möglichst chancenreich aufzustellen und auch den Letzte Startdiskussionenextra für die Staffel angereisten Dirk Hartmann (SV Mietchaching) optimal einzubauen. Zwei Vizetitel und zwei Bronzeplätze waren der Lohn für ihre Mühen! Der Reihe nach. Wieder war Deutschland in den Leistungskategorien der Junioren und Elite nur in den männlichen Junioren präsent. Das zweite Mal nach 2014 stellte Deutschland ein Juniorenteam mit den beiden Berlinern Sebastian Fleiß und Paul Scholtz vom TSC, die „damals“ in Storkow für sie selbst überraschend bekanntlich Silber gewinnen konnten. 2015 in Finnland „musste“ Sebastian Fleiß dann im Herrenteam antreten, da kein weiterer deutscher Junior anwesend war. Nun also im tschechischen Jachymov in den Kammlagen des Erzgebirges zwischen 820m – 970m Höhe dann die Neuauflage zu 2014. Neben zwei Teams aus dem gastgebenden Tschechien am Start gleich drei schwedische Teams. Beinahe sensationell „tauchte“ schon zum ersten Schießen unser „frisch gebackener“ Staffelteams Juniorenweltmeister, Sebastian Fleiß, an der Spitze des Feldes auf und konnte dank sehr guter physischer Laufleistung auf den insgesamt fünf Strafrunden nach dem zweiten Schießen dann mit über fünf Minuten Vorsprung Paul Scholtz auf Etappe zwei schicken. Das war dann offensichtlich für Paul Scholtz doch ein zu hoher Druck. Schon auf der ersten OL-Runde unterlief ihm ein größerer O-Fehler in dem reliefreichen Geläuf. Hinzu kamen bei den Schießeinlagen noch fünf Strafrunden, so dass die beiden Schweden Johan Hangströmer und Anton Bernevig, die bei den vorangegangenen beiden Einzel-OL schon mit Medaillen dekoriert waren, in 97:13 Minuten Gold vor unserem deutschen Juniorenteam (98:58 min) gewannen. Die drittschnellsten (wieder aus Schweden) mussten wegen einer „vergessenen“ Strafrunde disqualifiziert werden, so dass Bronze an das dritte schwedische Team  (Jansson-Järpling / Dolk, 134:04 min) ging.

 

Silber SeniorenDer zweite Vize-WM-Titel des Tages ging an Dimitri Popov (SC Schorfheide) und Tobias Schwartz (Berliner TSC) in der AK 35 in 113:22 Minuten. Dimitri hatte einen rabenschwarzen Tag beim Stehendschießen „erwischt“ und musste nach Verschießen auch der Reservepatronen nach dem Stehendschießen gleich fünf Penaltys absolvieren. Davon merklich gestresst, hatte Tobias mit gleich drei Orientierungsfehlern zu kämpfen und war glücklich, dass die eigentlich schnelleren Tschechen David Nehasil und Tomas Kolarik sich einen „Fehlstempel“ im hektischen OL-Jagen „eingefangen“ hatten und somit Platz zwei nach den Dänen Nicolai Wind und Lasse Therkildsen (96:16 min) erreichten. Bronzeränge erliefen sich Kirsten Käding (Kaulsdorfer OLV) und Monika Braatz (Treptower SV/ SV Storkow) im Wettbewerb der Damen AK 35 nach zwei Finnenteams und konnten so, genau wie Claudia Becker, Dimitri Popov und Tobias Schwarz an jedem Wettbewerbstag Medaillen erringen. Denn unsere Claudia Becker (Berliner Turnerschaft), zusammen mit Bernd Käding (Kaulsdorfer OLV / SV Storkow) das deutsche Mixteam bildend, konnten im offenen Mixwettbewerb nach Finnland 1 und Dänemark sich den Bronzerang noch vor den eigentlich dort bis zur zweiten OL-Runde noch weit vor ihnen liegenden Schweden und Finnland 2 durch einen bravourösen zweiten OL-Durchgang von Bernd Käding sichern. Unser Team der Herren-Senioren der AK 100, kämpfte wacker! Trotz seiner Knieverletzung konnte Dr. Frank Braatz durch ein fast optimales Schießen mit seinem Teamgefährten Dirk Hartmann sich unter den 11 Teams der AK 100 noch vor den beiden Schwedenteams und den gesamten tschechischen Teams einen fünften Platz sichern. Leider nicht ganz so zufrieden dann die Senioren der AK 120, Jürgen Schwanitz (OLA Deggendorf) und Bernd Wollenberg (Berliner TSC). Beide gehandicapt durch gerade überstandene Verletzungen, kämpften besonders mit den steilen Anstiegen gleich zu Beginn der Orientierungsbahnen und mussten den beiden vorangegangenen Etappen Tribut zollen. Zwar hatte Bernd Wollenberg zwischenzeitlich auf der ersten Runde sich bis auf den dritten Platz vorgearbeitet, erlaubte sich dann jedoch eine ungünstige Route und „erschoss“ sich im Liegendschießen auch noch vier „schmerzhafte“ Strafrunden. Trotz dann nur einer fest sensationell zu nennenden einzigen Strafrunde im Stehendschießen konnte er Jürgen Schwanitz nur auf den letzten Platz liegend auf die Etappe schicken. Der Niederbayer wollte nun „alles gut machen“ – und auch die Platz drei im MixwettbewerbStartkategorie H 65 und acht Weltmeistertitel bei vielen Jahren Polizei-OL-Weltmeisterschaften schützen nicht vor Stressfehlern beim Versuch, etwas zu schnell das Rennen anzugehen. Gleich drei Orientierungsfehler und hinzu dann mehrere Fehlschüsse ließen ein Aufholen der vor ihnen liegenden beiden Dänenteams nicht mehr zu. Das ist halt Biathlon-Orientierungslauf. Ihre Feierlaune ließen sie sich  dann doch nicht nehmen – und beide freuen sich schon auf ihre nächsten Wettbewerbe – gegen- und miteinander.

 

Die nächsten internationalen Wettbewerbe 2016 im Biathlon-Orientierungslauf gibt es dann am freien Tag in Sälen zu O-Ringen sowie bei den noch offenen drei Weltcupläufen in Finnland, Schweden und Dänemark.

                                                                        

Text: Bernd Wollenberg,

Fotos: Veranstalter Jachymov, Hans Mandahl, Jürgen Schwanitz, Bernd Wollenberg

Biathlon OL - Wettkämpfe 2016

Deutsche Meisterschaften
Sprint-Biathlon-OL (Luftgewehr)

 

Samstag, 4. April 2016

Karte: "Schönebecker Fliess"

 

[Ausschreibung]

[Ergebnisse]

[Bericht]

[Karte H19, 1. Teil] - [Karte H19, 2. Teil]

Biathlon - Orienteering

 

Deutsche Meisterschaften Sprint-Biathlon-OL

Deutsche Meisterschaften Sprint-Biathlon-OL (Luftgewehr)

Deutsche Meisterschaften Sprint-Biathlon-OL

 

Fotos: Bettina und Andreas Rudert, Archiv